21.03.2009
Software-Vorstellung: Balsamiq Mockups
Mein Problem
Bei unserem neuen Projekt arbeite ich als dass, was Joel Spolsky einen Programm-Manager. Meine Rolle: dafür sorgen, dass Adrian Grigore, der Programmierer bei Lobstersoft in Ruhe programmieren kann.
Daher bin ich dafür zuständig, ein Interface für unsere neue Software zu entwickeln, mit Benutzern zu testen, mit Adrian abzusprechen und schließlich eine Funktionale Spezifikation darüber zu schreiben, so dass es tatsächlich programmiert werden kann.
Für all das braucht man Mockup-Grafiken. Leider sind Computerprogramme zur Erstellung solcher Grafiken meist schlecht:
- Sie sind oft benutzerunfreundlich und daher zeitraubend.
- Es ist erlaubt Schriftarten und Farben auszuwählen. Damit verbringt man dann viel Zeit, doch später wird die Auswahl eh über den Haufen geworfen, weil das grundlegende Benutzerinterface geändert wird.
- Die Mockups, die am Ende entstehen, sind farbig und nutzen eine bestimmte Schriftart. Beim Testen konzentrieren sich die Testpersonen auf verwendete Farben, die Schriftart und weitere Design-Details statt auf das grundlegende Interface. Der Tester sagt dann: “Ich würde eine Sans-Serif-Schriftart bevorzugen und hier sollte der Zeilenabstand etwas größer sein.” statt “Ich verstehe gar nicht, wo ich jetzt klicken muss.”. Doch das letztere interessiert mich viel mehr.
Deswegen habe ich bislang stets mit Zettel und Stift entworfen. Das ging wesentlich schneller, hat aber auch einige Nachteile:
- man muss immer wieder alles neu zeichnen
- Handschrift ist nicht immer gut lesbar.
Balsamiq Mockups
Zum Glück habe ich jetzt aber ein Programm gefunden, dass die oben genannten Nachteile geschickt umgeht: Balsamiq Mockups.
Die Vorteile:
- Gute Usability
- Man kann keine Farben und Schriftarten auswählen und wird gezwungen wirklich nur einen Mockup zu erstellen
- Das Aussehen des fertigen Mockups ist ordentlich, wirkt aber handgezeichnet. So ist dem Betrachter klar, das es sich hier nur um ein Mockup handelt und nicht um ein fertiges Design des Screen.
Was mich am meisten begeistert, ist die Schnelligkeit, mit der ich Mockups erstellen kann. Dies liegt an der guten Usability es Programms.
Will ich Kartenreiter (Tabs) erstellen, so ziehe ich das Element aus der Leiste mit allen Elementen auf mein Arbeitsfeld – soweit können das andere Programme auch.
- 1) Doch dann taucht ein Textfeld auf und ich kann die Namen der Tabs eingeben. Einfach so – nur durch Komma getrennt.
- 2) Und fertig ist das Tab-Sheet.
- 3) Zwei Klicks und der Kartenreiter “Fußball” ist ausgewählt und hat eine Scrollbar”.
Beim Erstellen einer Dialogbox kann man den Text schnell eingeben, bei einer Scrollbar den Füllstand einfach einstellen.
Bonustipp:
Es gibt eine praktische Technik der Interface-Entwicklung namens “Paper Prototyping”. Carolyn Snyder hat darüber ein ausgezeichnetes Buch geschrieben.
Die erstellten Mockups lassen sich für diese Technik gut verwenden.
Auf dieser Webseite erscheint alles, was ich sonst nirgendwo unterbringen konnte. Viel Spaß auf dieser Seite wünscht